Bestandsaufnahme und bauliche Situation
Bevor gewählt wird, muss die bauliche Situation eindeutig erfasst sein.
- Anzahl der benötigten Türen je Raum notiert
- Geklärt, ob Neubau oder Türentausch im Bestand
- Mauerlichte je Türöffnung gemessen (Breite × Höhe)
- Wandstärke je Türöffnung gemessen – sie bestimmt die passende Zarge
- Bodenaufbau berücksichtigt: fertiger Belag oder geplante Aufbauhöhe
- Aufgehrichtung festgelegt (DIN links / DIN rechts)
- Türstock bzw. Zarge geprüft – kompletter Tausch eingeplant
- Besonderheiten notiert: Schrägen, Leitungen, Schalterpositionen, Heizkörper
Raum und Nutzung
Eine gute Tür richtet sich nach dem Raum und den Menschen, die ihn nutzen.
- Nutzung des Raumes definiert (Wohnen, Schlafen, Arbeiten, Bad/WC)
- Ruhebedarf geklärt – Geräuschdämpfung für Schlafzimmer, Kinderzimmer, Homeoffice
- Feuchtraumeignung für Bad und WC berücksichtigt
- Lichtbedarf geprüft – profitiert der Raum von Glas oder Glasausschnitt?
- Platzverhältnisse bewertet: Drehflügeltür oder Schiebetür
- Durchgangsbreite geprüft (Barrierefreiheit, Möbeltransport)
- Beanspruchung im Alltag eingeschätzt (Kinder, Haustiere, hohe Frequenz)
Material und Oberfläche
Material entscheidet über Wirkung, Pflegeaufwand und Langlebigkeit.
- Türtyp eingegrenzt: Weißlack, CPL/Laminat, Echtholzfurnier, Designverbund oder Glas
- Oberfläche auf Pflegeaufwand und Strapazierfähigkeit geprüft
- Farbton und Struktur mit Boden, Wand und Möbeln abgestimmt
- Maserungsrichtung gewählt (längs oder quer)
- Einheitliches Türbild in der gesamten Wohnung bedacht
Glas und Lichtführung
Glas verändert Lichtführung und Raumgefühl – geplant wirkt es am besten.
- Vollglastür oder Tür mit Glasausschnitt abgewogen
- Glasart gewählt: Klarglas, satiniert oder mit Motiv
- Privatsphäre berücksichtigt (z. B. satiniertes Glas für Bad und WC)
- Lichtführung zwischen Räumen geplant (z. B. Flur – Wohnzimmer)
Türstock, Beschläge und Technik
Zarge, Beschläge und Technik machen aus dem Türblatt ein funktionierendes System.
- Zargenausführung passend zur Wandstärke gewählt
- Drücker, Bänder und Beschläge ausgewählt
- Schließfunktion festgelegt (Buntbart, WC-Verriegelung, Zylinder)
- Komfortdetails geprüft (z. B. leise Schließtechnik, Magnetfalle)
- Bodenspalt und Dichtungen für die Geräuschdämpfung bedacht
Planung, Beratung und Montage
Eine saubere Planung endet nicht bei der Auswahl, sondern bei der Montage.
- Wunschvarianten im 3D-Konfigurator zusammengestellt und verglichen
- Fragen für das Beratungsgespräch notiert
- Naturaufmaß durch den Fachbetrieb vereinbart
- Fachgerechte Montage inklusive Demontage der Alttüren geklärt
- Entsorgung der alten Türen abgestimmt
- Wunschtermin für Lieferung und Montage festgehalten
Typische Fehler – das sollte Ihnen nicht passieren
Diese Fehler sehen wir in der Praxis am häufigsten – und sie sind alle vermeidbar.
- ⚠Die Wandstärke wird nicht gemessen – und die Zarge passt am Ende nicht
- ⚠Die Aufgehrichtung wird erst bei der Montage bedacht – die Tür schlägt gegen Möbel oder Schalter
- ⚠Der Bodenaufbau wird vergessen – Türen schleifen oder der Bodenspalt fällt zu groß aus
- ⚠Das Türblatt wird isoliert gewählt, statt Zarge, Beschläge und Technik als System zu planen
- ⚠Glasanteil ohne Blick auf Privatsphäre gewählt – vor allem bei Bad und WC
- ⚠Die Geräuschdämpfung in Schlaf- und Arbeitsräumen wird unterschätzt
- ⚠Montage in Eigenregie ohne Erfahrung – schiefe Zargen und ungleichmäßige Spaltmaße sind die Folge
Sechs Fragen, die Sie vor dem Kauf klären sollten
Gehen Sie diese Fragen durch, bevor die erste Tür bestellt wird.
- „Passt die Tür zur baulichen Situation – nicht nur zum Einrichtungsstil?”Gut: Wandstärke, Mauerlichte und Bodenaufbau sind erhoben, bevor die Auswahl beginnt.
- „Brauchen wir in diesem Raum Ruhe, Licht – oder beides?”Gut: Die Nutzung entscheidet über Türaufbau und Glasanteil, nicht umgekehrt.
- „Drehflügel- oder Schiebetür – wie viel Platz braucht die Tür im Alltag?”Gut: Bewegungsflächen und Möblierung sind im Grundriss geprüft.
- „Wie pflegeleicht muss die Oberfläche sein?”Gut: Das Material passt zur tatsächlichen Beanspruchung durch Kinder, Haustiere und Alltag.
- „Wer misst auf – und wer montiert?”Gut: Naturaufmaß und fachgerechte Montage sind von Anfang an eingeplant.
- „Was passiert mit den alten Türen?”Gut: Demontage und Entsorgung sind geregelt, bevor die neuen Türen geliefert werden.


