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Weitere InformationenWorum geht es in diesem Artikel?
Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Türmaße in Österreich und zeigt die Unterschiede zwischen Rohmaß, Fertigmaß und Bestellmaß. Sie erfahren, wie Sie typische Fehler vermeiden und wann Standardmaße in der Praxis nicht ausreichen.
Das Wichtigste kurz zusammengefasst:
- Türmaße in Österreich orientieren sich an Normwerten, werden in der Praxis aber häufig individuell angepasst.
- Rohmaß, Fertigmaß und Bestellmaß beschreiben unterschiedliche Ebenen der Türplanung und dürfen nicht verwechselt werden.
- Standard-Faustformeln funktionieren vor allem im Neubau und nur bei exakt ausgeführten Baukörpern.
- Altbauten führen aufgrund ungleichmäßiger Wandstärken und Anpassungen häufig zu Sondermaßen.
- Ein präzises Naturaufmaß ist entscheidend, um spätere Probleme bei Funktion und Optik zu vermeiden.
Was ist der Unterschied zwischen Rohmaß, Fertigmaß und Bestellmaß?
→ Rohmaß, Fertigmaß und Bestellmaß definieren die zentralen Planungsstufen bei Türlösungen in Österreich.
Diese drei Begriffe bilden die Grundlage jeder Türplanung und sind auch für die Türmaße in Österreich entscheidend – unabhängig davon, ob es sich um klassische Innentüren oder widerstandsfähige Varianten wie Laminat Türen handelt.
Das Rohmaß bezeichnet die reine Wandöffnung – also Breite und Höhe ohne Zarge oder Tür. Es ist der Ausgangspunkt jeder Planung und orientiert sich im Neubau häufig an gängigen Rohbaumaßen nach ÖNORM.
Das Fertigmaß beschreibt die tatsächliche Größe der Zarge inklusive Einbauspiel. Dieses Maß berücksichtigt bereits Montagetoleranzen und bauliche Abweichungen.
Das Bestellmaß ist schließlich das Maß des Türblatts selbst – exakt abgestimmt auf die Zarge und entscheidend für die Produktion.
Ein häufiger Fehler: Diese Begriffe werden gleichgesetzt. In der Praxis entstehen daraus Differenzen von mehreren Zentimetern – besonders dann, wenn Normmaße mit tatsächlichen Baustellenmaßen verwechselt werden.
| Maßbegriff | Bedeutung | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| Rohmaß | Größe der Wandöffnung ohne Zarge | Wird mit fertiger Türgröße verwechselt |
| Fertigmaß | Maß der Zarge inkl. notwendigem Einbauspiel | Spielraum für Montage wird nicht berücksichtigt |
| Bestellmaß | Exaktes Maß des Türblatts für die Produktion | Falsch aus dem Rohmaß abgeleitet |
| Praxis-Tipp | Mehrfach messen (Breite, Höhe, Wandstärke) | Nur an einer Stelle gemessen |
Wie lassen sich Türmaße in Österreich in Standardsituationen berechnen?
→ Faustformeln helfen im Neubau als Orientierung, ersetzen aber keine exakte Abstimmung auf die reale Bausituation.
Faustformeln helfen bei klar definierten Neubauten, stoßen aber bei Abweichungen schnell an ihre Grenzen. In typischen Neubausituationen in Österreich lassen sich Türmaße mit bewährten Richtwerten berechnen:
- Rohbaubreite = Türblattbreite + ca. 8–10 cm
- Rohbauhöhe = Türblatthöhe + ca. 4–6 cm
Diese Werte berücksichtigen Zargenstärke, Montagespiel und übliche Bautoleranzen und sind als praxisbasierte Richtwerte zu verstehen – nicht als fixe Normen.
Bei z.B Loft Türen im Neubau funktionieren sie gut, sofern Wandöffnungen, Bodenaufbau und Ausführung exakt abgestimmt sind. Bereits kleine Abweichungen können die Berechnung ungenau machen. Typische Ursachen sind:
- ungenaue Wandöffnungen
- nachträgliche Änderungen am Bodenaufbau
- fehlende Abstimmung zwischen den Gewerken
In der Praxis zeigt sich daher: Faustformeln bieten eine gute Orientierung, ersetzen aber keine präzise Maßaufnahme vor Ort.
Wie berechne ich Türmaße Schritt für Schritt selbst?
→ Türmaße werden korrekt ermittelt, indem Höhe, Breite und Wandstärke an mehreren Punkten gemessen und jeweils der kleinste Wert als Grundlage verwendet wird.
Damit aus Richtwerten eine funktionierende Türlösung wird, gehen Sie systematisch vor:
- Höhe messen
Von fertigem Boden bis Sturz – links, mittig und rechts. Der kleinste Wert zählt. - Breite messen
Unten, mittig und oben messen. Auch hier ist der kleinste Wert entscheidend. - Wandstärke ermitteln
Inklusive Putz und Fliesen an mehreren Stellen messen. - Rohmaß bestimmen
Kleinste Breite, kleinste Höhe und Wandstärke ergeben das Rohmaß. - Maße ableiten
Daraus ergeben sich Fertigmaß der Zarge und Bestellmaß des Türblatts.
Die folgende Grafik beschreibt, wie Türmaße korrekt ermittelt werden – von der Messung der Maueröffnung bis zur Ableitung der passenden Bestellmaße.

In der weiteren Planung hilft es, Türmaße direkt auf konkrete Türlösungen zu übertragen. Mit dem 3D Konfigurator von neubauerTÜREN GmbH können Sie verschiedene Türvarianten, Designs und Größen einfach online visualisieren und optimal auf Ihre Einbausituation abstimmen.
Ergänzend dazu bietet neubauerTÜREN GmbH ein praktisches Online Türgrößen-Berechnungstool, mit dem Sie schnell und unkompliziert die passenden Türmaße berechnen können. Das Tool steht Ihnen unter https://www.tuereninfo.at/berechnung/ zur Verfügung und unterstützt Sie bei der präzisen Planung Ihrer Innentüren und Türausstattung.
Checkliste: Habe ich richtig gemessen?
Mit dieser kurzen Checkliste prüfen Sie, ob Ihre Maßaufnahme vollständig ist.
- Wurden Breite und Höhe ab fertigem Fußboden gemessen – nicht vom Rohestrich?
- Haben Sie Höhe und Breite jeweils an mindestens drei Punkten ermittelt und den kleinsten Wert notiert?
- Wurde die Wandstärke inklusive Putz, Fliesen oder Verkleidung an mehreren Stellen kontrolliert?
- Ist dokumentiert, ob es sich um Neubau oder Altbau mit möglichen Unebenheiten handelt?
- Sind Rohmaß, Fertigmaß und Bestellmaß eindeutig bezeichnet und nicht miteinander vermischt?
- Ist die geplante Öffnungsrichtung mit Schaltern, Heizkörpern und Möbeln abgestimmt?
- Haben Sie Raum, Datum und Kontaktperson zu den gemessenen Werten vermerkt, falls ein Fachbetrieb die Planung übernimmt?
In der Praxis zeigt sich, dass selbst sorgfältiges Messen oft Unsicherheiten offenlässt – insbesondere im Altbau. Genau hier unterstützen wir bei neubauerTÜREN mit einem präzisen Naturaufmaß und sorgen dafür, dass alle Maße exakt zur Einbausituation passen
Warum scheitern Standardmaße im Altbau so oft?
→ Normwerte treffen auf gewachsene Bausubstanz – und verlieren dadurch oft ihre Aussagekraft.
Unregelmäßige Wände und nachträgliche Anpassungen machen präzise Berechnungen im Altbau ohne Aufmaß praktisch unmöglich. Theoretische Türmaße lassen sich hier oft nur eingeschränkt auf die Realität übertragen.
Typische Herausforderungen sind:
- schwankende Wandstärken
- ungenaue, nicht rechtwinklige Laibungen
- nachträglich veränderte Boden- und Wandaufbauten
Über Jahre hinweg überlagern sich zudem Umbauten und Materialien, sodass kaum eine Öffnung exakt dem ursprünglichen Maß entspricht. Selbst kleine Abweichungen summieren sich schnell zu relevanten Differenzen.
Besonders bei Glastüren mit Zarge werden solche Ungenauigkeiten sofort sichtbar, da Glas keine Toleranzen verzeiht.
Welche Rolle spielt die Zargenart für das Türmaß?
→ Die Zargenart bestimmt, wie viel Toleranz bei Maßabweichungen möglich ist und das notwendige Rohbaumaß.
Die Wahl der Zarge entscheidet, wie viel Spielraum bei der Maßplanung vorhanden ist. Blockzargen werden direkt in die Öffnung gesetzt und erfordern daher ein sehr präzises Rohmaß. Sie kommen häufig bei modernen, reduzierten Designs zum Einsatz.
Umfassungszargen hingegen umschließen die Wand und können kleinere Abweichungen ausgleichen. Dadurch sind sie besonders im Altbau die robustere Lösung.
Für minimalistische Konzepte wie bei Tapetentüren ist die Wahl der richtigen Zarge entscheidend, da hier Maßabweichungen sofort sichtbar werden.
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Konkretes Beispiel: Badezimmertür im Altbau
Ein reales Beispiel zeigt, wie schnell aus Standardmaßen eine individuelle Lösung wird.
Ausgangslage:
- Fliesenaufbau: +1,2 cm einseitig
- ungleichmäßige Öffnung
- Wandstärke: 9,5 cm
Ergebnis:
- Wandstärke variiert real zwischen 9,5 und 10,7 cm
- Zarge muss angepasst werden
- Türblatt wird individuell gefertigt
Zum Beispiel bei Innentüren mit Glaseinsatz fällt diese Präzision besonders ins Gewicht, da Lichtausschnitte und Übergänge exakt sitzen müssen und Abweichungen sofort sichtbar werden.
Die wichtigsten Fragen im Überblick
Wie genau muss ein Türmaß sein?
Türmaße müssen auf wenige Millimeter genau stimmen. Bereits kleine Abweichungen können dazu führen, dass die Zarge nicht sauber sitzt oder das Türblatt schleift. Deshalb wird immer an mehreren Punkten gemessen – in Breite, Höhe und Wandstärke.
Warum passen Standardtüren im Altbau oft nicht?
Im Altbau entsprechen Wandöffnungen selten den heutigen Normmaßen. Unterschiedliche Wandstärken, schiefe Laibungen oder nachträgliche Boden- und Fliesenaufbauten führen dazu, dass Standardmaße nicht mehr passen.
Wann sind Sondermaße bei Türen notwendig?
Sondermaße werden immer dann erforderlich, wenn die baulichen Gegebenheiten von den üblichen Normwerten abweichen. Das ist besonders häufig bei Altbauten, Dachschrägen, individuellen Designlösungen oder ungewöhnlichen Wandstärken der Fall. In solchen Situationen reicht ein Standardmaß nicht mehr aus – stattdessen wird die Türlösung exakt auf die vorhandene Wandöffnung, die Zarge und das Türblatt abgestimmt.
„Kleine Messfehler haben oft große Auswirkungen. Deshalb setzen wir auf ein sauberes Naturaufmaß von Anfang an.“
Johannes Neubauer-Maurer, Gründer neubauerTÜREN GmbH

Fazit
Türmaße in Österreich wirken auf den ersten Blick klar geregelt, sind in der Praxis jedoch stark von der jeweiligen Bausituation abhängig. Standardwerte helfen im Neubau für Standard Türen, reichen aber selten im Bestand.
Wer präzise plant, vermeidet unnötige Komplikationen und erhält eine dauerhaft funktionierende Lösung.


